5 Tipps, wie du kreative Blockaden löst

Szene aus dem kreativen Leben, die auch du sicher vom Malen kennst:

 

Du beginnst ein Bild zu malen oder zu gestalten (die Maltechnik ist jetzt völlig egal). Du fängst lustig und einfach an, mit einer kleinen angenehmen Aufregung im Bauch – die gehört dazu, die lieben wir so sehr am Kreativsein. Vielleicht hast du sogar eine Idee im Hinterkopf, der du folgen möchtest.

 

Und dann passiert es. Dieser ungeliebte Moment stellt sich ein, an dem du nicht mehr weiterweisst...

 

Ein Beispiel dafür, wie es mir letzte Woche ergangen ist, zeige ich dir am Ende dieses Beitrags.


Die kreativen Blockaden

Diese Hindernisse beim Malen oder Gestalten, können sich ganz unterschiedlich zeigen...

Vielleicht kommt dir eine dieser drei Situationen bekannt vor:

  • Du weiss nicht, was du als nächstes tun kannst. Welche Farbe sollst du jetzt verwenden? Welcher Form kannst du folgen? Wie malst du ein bestimmtes Detail – oder lässt du es besser weg? (in meinem Beispiel: das Gesicht .)
  • Du hast etwas überarbeitet, übermalt, das dir vorher gefallen hatte. Der Schritt war zwar mutig, aber das Bild gefällt dir jetzt überhaupt nicht mehr. Es war doch viel schöner vorher... Unzufriedenheit stellt sich ein...
  • Du bist unzufrieden mit deiner ganzen Arbeit und findest alles, was du gemacht hast einfach nur doof, banal, peinlich, naiv, verkehrt, eben nicht so, wie gedacht. Jeder Versuch, es zu verbessern macht alles nur noch „schlimmer“.

Am liebsten würdest du jetzt aufhören, alles hinschmeissen, dein Werk verbrennen, zerknüllen, zerreissen.

Unzufriedenheit und Unsicherheit stellen sich ein. Wut über die eigene „Unfähigkeit“ über das „fehlende Talent“

Ärger über die misslungene Arbeit, die verschwendete Zeit, die vergeudeten Materialien und sogar Angst vor dem nächsten Schritt und vor kritischen Stimmen.

Glaub mir, diese „negativen“ Gefühle und Emotionen sind völlig normal und jede Künstlerin und jeder Künstler hat sie! Und ich habe das letzte Woche auch wieder erlebt.

Weitermachen, das ist die Kunst

Die wenigsten sprechen darüber. Schade eigentlich, denn genau hier, in diesen Blockaden, steckt eine grosse Chance und der Austausch darüber tut gut.

Diese innere Stimme, die da spricht, der innere Kritiker, ist unser Ego und all diese Gefühle der Wut, Angst, Unzufriedenheit, Scham und Peinlichkeit sind Konditionierungen, die wir uns im Laufe des Lebens angeeignet haben.

Die guten Nachrichten:

Es gibt Wege, die uns den nächsten Schritt ermöglichen und wir können diese „negativen“ Gefühle verändern, in Zufriedenheit, Freude, Mut, Vertrauen und Leichtigkeit!

 

Meine 5 Tipps zum Überwinden kreativer Blockaden

Mit den negativen Gefühlen ist es wie mit Schmerzen. Wir können sie nicht einfach verdrängen. Sie wollen beachtet werden. Wie das ganz konkret für unsere Kreativität gelingt, fasse ich hier kurz zusammen:

Tipp 1 Beobachte deine Gedanken, wenn es nicht so läuft

Sollte es dir beim nächsten kreativen Gestalten so ergehen, wie oben beschriebenen, dann beobachte einfach mal, was du in dieser Situation denkst und schreibe es auf. Ungefiltert. Das braucht nicht viel Zeit, Stichpunkte genügen. 

Viele haben die Angewohnheit sich richtig in Grund und Boden zu denken, sich zu verurteilen und innerlich fertig zu machen. Diese Gedanken bitte sofort stoppen - sie sind Gift für unsere zarten Seelen! 

 

Tipp 2 Atme tief und ruhig ein und aus

Halte einen Moment inne, bevor du alles hinwirfst. Das gelingt am einfachsten, wenn du ein paarmal tief und ruhig ein- und ausatmest. Vielleicht kannst du dir dabei auch eine Kerze vorstellen, die im Innern deines Brustkorbs brennt - dein Herzenslicht. Schau dir beim Atmen einfach diese Flamme an. Eine Minute reicht. Das schafft Abstand von den Gefühlen und richtet dich innerlich wieder neu aus.

Tipp 3 Nimm „negative“ Emotionen an & nimm Druck raus

Danach bist du sicher schon etwas ruhiger. Jetzt sage dir selbst, dass all diese unangenehmen Gefühle die du spürst, einfach da sein dürfen! Hört sich das komisch für dich an? Probier es mal.

Gedanken können wir in die Schranken weisen, indem wir einfach etwas anderes denken.

Gefühle dagegen müssen erst wahrgenommen werden. Die können wir nicht unterdrücken, sie wollen etwas mitteilen. Du nimmst dadurch ganz viel von dem Druck raus, der sich innerlich aufgebaut hat. 

Es kann sich so anhören: Ja, es ist o.k., dass ich Enttäuschung empfinde und Wut und Ärger. Ja, ich darf mich jetzt verzweifelt fühlen über die Entwicklung meines Bildes. Etc.)

Tipp 4 Lass einfach los und sei lieb mit dir

Nachdem du die ersten drei Schritte geschafft hast wird es dir leichtfallen, dich jetzt von deinen Vorstellungen zu verabschieden. Mach es wie die Bäume im Herbst – lass einfach mal los! Die Perfektion, die eigenen Ansprüche, deine Vorstellungen, wie etwas sein muss, deine hohen Erwartungen an dich und deine Kunst.

Gib dir die Erlaubnis darauf zu vertrauen, dass immer wieder Neues entsteht, wie in der Natur. Die Bäume sterben nicht, weil sie die Blätter abwerfen, sondern sie sammeln Kraft für den Frühling. Und bedenke: nicht jede Arbeit, die ein Künstler erschafft ist DAS grossartige Werke.

Tipp 5 Nutze deine Intuition und bleibe aktiv

Hast du bis hierher weitergelesen? Super! Denn jetzt kommt noch ein ganz wichtiger Aspekt.

Mach unbedingt weiter! Vielleicht nimmst du eine kurze Pause, gehst in den Wald, schläfst eine Nacht über dein Werk. Aber bitte warte nicht zu lange mit dem Weitermachen! All diese negativen Emotionen bauen sich sonst weiter auf und du tust es dann nicht mehr und das wäre echt so schade. 

Am besten, du wirst gleich aktiv. Hier ein paar Empfehlungen:

  • übermale dein Werk grossflächig mit einer Farbe deiner Wahl oder mit Weiss (Weiss hat etwas sehr Tröstliches und Reines. Es kann wie ein Pflaster wirken.).
  • greif dir intuitiv mit der linken Hand eine Farbe und übermale dein Bild mit den Fingern und geschlossenen Augen nach einer Musik, die dir gefällt,
  • zerschneide dein Werk und füge es neu zusammen,
  • zerreisse oder zerknülle es und arrangiere es neu.

Mach alles, nur bitte hör nicht auf und wirf nichts weg, was du gemacht hast – sondern lass etwas Neues daraus entstehen!

Kreativität ist in jeder Hinsicht ein tolles Spielfeld, auf dem wir unsere Einstellung zum Leben und unser Handel beobachten und so viel lernen können!

Mein "misslungenes" Mixed Media Bild und was ich daraus gemacht habe

Ich habe diese Woche selbst all diese Gefühle erlebt und weiss darum wovon ich spreche. Und ich zeige dir am Ende des Beitrags auch gern, das Bild, an dem ich zunächst schier verzweifelt bin. Ja, meine humorvolle Seite gewinnt zum Glück am Ende immer! Für das Weitermachen wurde ich ausserdem mit ganz vielen neuen Ideen beschenkt. Dieser Methode, folge ich und gebe sie auch in meinen Workshops weiter.

 

 

"Vertrauen" und "Empfangen"

In diesen drei Bildern zeige ich dir ungeschminkt den Entstehungsprozess dieses Bildes - mit allen Peinlichkeiten.

Das erste Bild zeigt den Anfang. Ich fand es schon toll, aber noch nicht ganz fertig. Ausserdem sollte die Augenbinde verschwinden. Gesichter zu malen finde ich nicht ganz einfach und schon gar nicht kleiformatige Gesichter mit Acrylfarbe. Und tatsächlich wurde genau das im zweiten Bild zu einer echten Herausforderung für mich. Ich empfand alle drei oben genannten Punkte gleichzeitig - grauenhaft.

 

Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen hatte kam mir die Idee, das Gesicht mit Ölfarbe erneut zu modellieren. Aus restauratorischer Sicht eine Sünde - aber bei Mixed Media ist eben alles erlaubt. Mit Ölfarbe lassen sich Schattierungen viel besser vertreiben. 

 

Ja, jetzt konnte ich dieses Bild wieder gernhaben und ich habe ihm neben "Vertrauen" noch den Titel "Empfangen" gegeben.

Hast du ähnliches Erlebt und wie gehst du damit um? Bitte hinterlass doch deinen Kommentar im Kontaktfeld unten.

Mixed Media - der Workshop im Oktober

Hast du auch Lust einen ganzen Tag in dieser Technik zu gestalten? Am Dienstag, 31. Oktober biete ich die Gelegenheit dazu von 9:00 bis 17:00 Uhr in meinem Atelier.

Öffne die Tür zu deinem kreativen Universum und du gewinnst Vertrauen, Leichtigkeit und kommst in den Flow!

Die Möglichkeiten sind grenzenlos, die einsetzbare Materialvielfalt ist wie ein bunter Blumenstrauss.

Du brauchst keinerlei künstlerische Vorkenntnisse – du brauchst nur etwas Mut, dich auf deine Kreativität einzulassen.

Den Workshop habe ich so gestaltet, dass du Schritt für Schritt die verschiedenen Techniken erlernst und sie natürlich gleich anwendest. Du darfst gespannt sein auf all das, was aus dir heraus entsteht!


Ausserdem lade ich dich herzlich ein zum Atelier-Apéro

Ich freue mich auf dich und grüsse dich von Herzen, Julia Bigler

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