"Mal doch ein Bild..." oder Kunst als Inspirationsquelle

Diesen Satz kennen wir alle von früher und auch heute ist es oft die Empfehlung an unsere eigenen Kinder, wenn ihnen langweilig ist. Tatsächlich können Kinderzeichnungen so grossartig sein, wenn sie von der natürlichen Naivität leben. Die Unbefangenheit verliert sich jedoch recht schnell und Frustration kommt auf, wenn das Gemalte nicht den genauen Vorstellungen entspricht.

 

Bei mir war das so. Die Farben faszinierten mich, mit den Formen tat ich mich schwer. Ich wollte gern „richtig“ malen lernen. Eigentlich wollte ich es nicht lernen, sondern ich wollte es gleich können...

Ich besuchte meine ersten zwei Malkurse mit Anfang 20.

In diesem Blog schreibe ich darüber, wie sie mich inspiriert haben und über Kunst als Ideenquelle.


 

Beide Kurse waren wegweisend für mich. Der erste hat mein kreatives Selbstwertgefühl zunächst in die Steinzeit versetzt, der zweite hat mich Zuversicht gelehrt. Beide waren rückblickend Schlüsselerlebnisse.

Davon ich will kurz berichten:

 

mein erster Malkurs -

Frustration pur

Zu Beginn des ersten Kurses sollte sich jeder von uns aus einem Stapel Kunstdrucke klassischer Gemälde eines heraussuchen, es abmalen und dabei die Technik der Künstler nachempfinden.

 

Diese Idee war eigentlich gut – jedoch fehlte komplett die Erklärung oder Anleitung der Techniken! Weder das Farbenmischen, Vorzeichnungen anlegen oder die unterschiedlichen Farbsysteme wurden angesprochen. Wir waren uns total selbst überlassen. Für manche ist das vielleicht DER Weg – ich ging dreimal zu dem Kurs, dann war ich derartig frustriert, gab auf und war davon überzeugt, vollkommen unbegabt zu sein.

Mein zweiter Malkurs -

ein Aha-Erlebnis!

Zum Glück probierte ich es zwei Jahre später mit einem zweiten Kurs „expressive Malerei“.

Und dieser war ganz anders...

 

Wir lernten sehr einfache Techniken kennen, um Papier für die Malerei vorzubereiten, lernten mit einfachen „billigen“ Binderfarben (Wandfarben) unterschiedliche Auftragstechniken anzuwenden. Wir sollten experimentieren, aus uns heraus mit den Farben spielen, malen, spachteln, klecksen und spritzen, wie es uns gefiel. Am Ende jeder Stunde stellten wir unsere Werke vor, bekamen Feedback aus der Gruppe und von unserem Kursleiter.

 

Das war ein grosses Aha-Erlebnis für mich, denn ich musste jetzt nicht mehr überlegen, was ich malen wollte, musste mich nicht an vorgefertigte Vorgaben halten. Ich liess meine Bilder einfach aus mir heraus entstehen.

Das gab meiner kreativen Arbeit eine ganz neue Wendung und eröffnete mir ungeahnte Dimensionen!

Durch Technik zu kreativer Freiheit

Heute gebe ich selbst kreative Workshops & Kurse. Dort fliessen neben meinen Kenntnissen der Mal- und Materialtechnik aus meinem Studium der Gemälderestaurierung auch die Erfahrungen der besagten zwei Kurse ein.

 

Es ist mir wichtig den Kursteilnehmerinnen- und Teilnehmern zu vermitteln, dass

  • sich mit geeigneten Techniken alle Ideen umsetzen lassen,
  • technische Fertigkeiten grosse kreative Freiheit mit sich bringen,
  • kreative Arbeit nicht nur mit „Talent“ zu tun hat, sondern vor allem mit dem Entdecken der bevorzugten Materialien, den persönlichen Ideenquellen und dem Mut einfach zu beginnen!
  • sich mit der Arbeit mehr und mehr Vertrauen in sich und die eigenen Fähigkeiten einstellt,
  • die Freude und der Spass am kreativen Gestalten ein Gewinn für unser gesamtes Leben ist! 

In Kursen ist ausserdem das Erlebnis von Wertschätzung und gegenseitiger Inspiration besonders schön!

Kunst als Inspirationsquelle

Im letzten Blog hatte ich über meine zwei liebsten Inspirationsquellen für meine Malerei geschrieben – die Natur und Printmedien.

 

Weitere beliebte Ideenquellen sind für mich ganz klar Künstler, Kunstwerke und Kunstbände. Oft und gern gehe ich in Museen, Ausstellungen und Galerien. Das künstlerische Handwerk und die unterschiedlichen Maltechniken faszinieren mich und es interessiert mich zu beobachten, wie Künstler damit umgehen. Es lohnt sich, einen Blick zu entwickeln, für

  • Farbigkeit,
  • Oberflächenstrukturen- und Texturen, 
  • Pinselduktus,
  • Lichteffekte,
  • Gesamtkompositionen und
  • Räumlichkeit.

Heute macht es mir sogar Spass, Gemälde bekannter Künstler oder Teile daraus nachzumalen – denn inzwischen erkenne ich die Techniken und weiss, wie die Umsetzung gelingen kann. Auf diese Weise ist das obige Bild am Seitenanfang entstanden. Ich habe es einfach abgemalt, jedoch auf meine Art, in meinem Stil, mit meinen Möglichkeiten. Und ganz ohne Perfektionsanspruch wage ich mich sogar, es hier zu zeigen.

Kannst du erraten, von welchem Künstler ich mich für dieses Damenportrait habe inspirieren lassen?


Nutze jetzt die frische Frühlingsenergie!

Acrylmalerei mit Herz und seele

Mindestens so stark, wie die Maltechniken, interessiert mich der intuitive und expressive Ausdruck mit Farbe. Sich mit dem Herzen zu verbinden und aus dem Inneren heraus zu malen. Aus dieser Idee heraus ist der Tagesworkshop "intuitive Acrylmalerei" entstanden.

 

Diese Art der Malerei ist sehr berührend, kraftvoll und sinnlich. Du brauchst keine Angst zu haben - ich bin vertraut mit all den Hindernisse und Hemmungen, die sich uns beim Malen in den Weg stellen können – und ich kenne ganz viel Möglichkeiten sie aufzulösen! Du stehst an diesem Tag mit deinem Malprozess im Mittelpunkt, nicht ausschliesslich das fertige Bild.

 

 

Tagesworkshop

"intuitive Acrylmalerei"

Am Samstag, 11. März und am Dienstag, 28. März biete ich dir in meinem Atelier in Bern Raum und Gelegenheit, dich auf das Experiment Herz & Farbe einzulassen! 

 

Erlaube dir schöpferisch zu sein, und du wirst staunen...

du trägst dein Wunder in dir! 

 

Für mehr Informationen und die Kursbeschreibung klicke hier oder auf das Bild.

 


Schenke dir einen Tag - nur für dich!

Ich freue mich auf dich, persönlich oder gelesen, und grüsse dich frühlingsfroh,   Julia Bigler

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Kommentare: 2
  • #1

    Sandra Elsig (Dienstag, 28 Februar 2017 21:25)

    Liebe Julia, Herzdank für Deinen Artikel. Es geht jeweils darum, den Mut zu haben, sich auf seine eigene Kreativität einzulassen. Sich durch sich und sein Herz führen lassen. Dann darf und kann viel entstehen. Inspiration kann ja auch erst entstehen, wenn wir den Kopf frei und das Herz offen haben. Es lebe die Kreativität, liebe Julia!

  • #2

    Julia (Mittwoch, 01 März 2017 10:05)

    Liebe Sandra, da sagst du viel Wahres! Es braucht Sensibilität, die persönlichen Herzenswünsche erst einmal wahrzunehmen und auf die innere Stimme zu hören. Manchmal bringt uns sogar erst ein gewisser Leidensdruck dazu, das auch zu tun...) Und im nächsten Schritt hilft Offenheit und Selbstliebe dabei sich die Erlaubnis zu geben der Stimme des Herzens zu folgen, sich darauf einzulassen. Und dann, ja, dann braucht es Mut! Mut zu beginnen, Mut sich zu zeigen, sichtbar zu werden durch die kreativen Arbeiten, die wir machen. - Beginnen wir damit, werden wir reich beschenkt <3 Das wissen wir beide und ich schätze den Austausch mit dir so sehr, weil du ein Mensch bist, der genau das lebt - einzigartig, mit Herz und Seele - vielen Dank Sandra! Ganz liebe Grüsse, Julia