Inspiration oder alles nur geklaut?

Kennst du das? Du möchtest gern kreativ sein - malen, basteln schreiben... doch dir fällt nicht ein, was du machen könntest? Alle deine Ideen erscheinen dir zu wenig originell, oder nicht anspruchsvoll genug zu sein. Es fehlt die Inspiration.

 

Gern verrate ich dir in diesem ersten von zwei Blog-Artikeln meine zwei liebsten Inspirationsquellen Ausserdem empfehle dir noch ein grandioses Buch zu diesem Thema.

 

Und nächste Woche geht es weiter.


Inspiration – ein Wort in aller Munde

Kurz mal etwas zur Wortbedeutung von Inspiration, denn es wird so viel davon gesprochen...

Allgemein verstehen wir unter Inspiration eine Eingebung zu haben oder einen Einfall.

Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Beseelung“ oder „Einhauchen“, und steht in Verbindung mit „Geist“ und „Seele“.

 

Eine künstlerische oder kreative Eingebung kann dich tatsächlich wie ein Blitz treffen – das ist aber sicher nur selten der Fall. 

Auch bedeutende Künstlerinnen und Künstler stehen nicht permanent unter dem Einfluss von Geistesblitzen.

 

Vielmehr liegt der Schlüssel darin, einfach zu beginnen - frei von Perfektionsansprüchen. Indem wir konstant und stetig in kleinen Schritten unsere kreative Arbeit machen, werden sich ganz von selbst neue Ideen zeigen.

Dein kreativer Durchbruch

Das Buch, das du unbedingt zu diesem Thema lesen solltest ist von Austin Kleon: „Alles nur geklaut. 10 Wege zum kreativen Durchbruch“. Absolut empfehlenswert! Der Autor bringt es in seinem kleinen amüsant und unterhaltsam geschriebenen Buch auf den Punkt.

Zitat:

„Wenn wir uns von der Last befreien, etwas vollkommen Neues zu kreieren, dann können wir damit aufhören, etwas aus dem Nichts heraus erschaffen zu wollen und endlich das annehmen, was uns beeinflusst, anstatt davor wegzurennen.“

 

Er hat ja so Recht! Wir alle haben unsere ganz persönlichen Vorlieben für Farben, Formen und Themen. Lassen wir uns doch von dem was um uns herum ist inspirieren und mit der Arbeit beginnen, anstatt darauf zu warten, dass wir die Eingebung für DAS Kunstwerk erhalten. 

 

Kleon schreibt weiter, was viele Künstler schon immer erfolgreich tun (wenn auch nicht alle es eingestehen werden...): 

„Jede neue Idee ist nur ein Mashup oder Remix einer oder mehrerer vorheriger Ideen“ 

Woher nimmst du deine Inspirationen, deine Ideen, was erregt deine Aufmerksamkeit?

Meine zwei liebsten Inspirationsquellen

Die Fülle der Natur

Die Natur und unsere Umwelt mit all der Fülle an Pflanzen, Blumen & Tieren beeinflusst meine Arbeit ganz besonders. Dabei geht es mir nicht darum, exakt die Natur im akademischen Sinne wiederzugeben, sondern ich nehme Farben, Formen und Jahreszeiten als Ausgangspunkt und vereinfache sie.

Hier siehst du ein Beispiel davon, wie ich mit Fotos von Beeren im Herbst zwei Bilder mit Kaseinfarbe auf Holz umgesetzt habe.

Anregungen sammeln mit Zeitschriften und Postkarten

Weitere unerschöpfliche Ideenquellen sind für mich Illustrierte, Gruss- und Postkarten. Ich nutze sie nicht nur für MixedMedia-Collagen, sondern auch als Vorlagen für Bilder, zum Beispiel für die „dekorativen Glanzlichter“ mit Gold- und Silber.

Die zündende Idee dazu kam mir vor einigen Jahren in Umbrien und der Toscana. Die Faszination der goldenen Hintergründe und Nimben in Kombination mit den leuchtenden Farben der italienischen Tafelmalerei inspirierten mich.

 

Dabei sind für mich weniger die christlichen Motive von Bedeutung, als vielmehr die Farbwirkung und das Schillern und Glänzen der Metallauflagen. 

 

Als Dozentin an der Hochschule der Künste in Bern konnte ich viel Erfahrung und Kenntnisse zu historischen Vergoldungs- und Ziertechniken sammeln, denn ich leitete dort acht Jahre die Vergolderkurse für Restauratoren. 

 

Und so habe ich die Technik für meine Zwecke adaptiert. Auf dem Bild oben siehst du links ein Detail aus einem kleinen Fragment, 15. Jahrhundert, das heute im Kunstmuseum Basel zu sehen ist. Rechts daneben ist mein Marienkäfer auf Goldgrund im Entstehungsprozess und das Endergebnis.

Was ist deine Inspirationsquelle?

kreative Workshops

Der Austausch unter Gleichgesinnten in Kursen und Workshops ist eine weitere wundervolle Quelle der Inspiration. Ich liebe und schätze die gegenseitige Offenheit und Wertschätzung der KursteilnehmerInnen, die ich in den Workshops in meinem Atelier erleben darf. Es ist motivierend, Kraft spendend und pure Bereicherung!

 

Hast du Lust bekommen und möchtest gleich beginnen? Dann lade ich dich ganz herzlich ein zu meinen nächsten Tagesworkshops "dekorative Glanzlichter" ein. Die nächsten Termine sind am Samstag, 18. Februar 2017 und am Dienstag, 20 Februar 2017 in meinem Atelier in Bern.

Hier findest alle Infos zum Workshop!

kreative Inspiration

Suchst du noch mehr sofortige Anregungen? Dann hol dir kostenlos meine "kreativen Inspirationen" In der aktuellen Ausgabe No 18 zeige ich dir ein weiteres Beispiel für die Schnipsel-Collage. 

Erst war da dieses Geschenkpapier, das mir als Vorlage diente. Dann entstand daraus etwas völlig anderes und eigenes.

Bist du neugierig, dann lies hier weiter.

 

 

Ich freue mich auf dich!

Ganz herzliche Grüsse, Julia Bigler

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Julia Gruber (Dienstag, 07 Februar 2017 09:20)

    Ahhh, dieses Buch hatte ich mal in Wien in einer Buchhandlung durchgeblättert und es hat mir auch sehr gefallen.
    Danke fürs Erinnern. Und deine vergoldeten Bilder sind so zauberhaft!! Den Glanzlichterkurs möchte ich dann schon mal noch machen!

  • #2

    Julia Bigler (Mittwoch, 08 Februar 2017 15:59)

    Liebe Julia, das Buch ist wirklich sehr kurzweilig. Ich habe es an einem Nachmittag gelesen. Ein weiteres Zitat daraus, das mir so gefällt: "Warte nicht erst, bis du weisst, wer du bist. Mach etwas, erkenn dich selbst." Der Akt des Tuns ist mehr wert, als alles Grübeln. Ich würde mich riesig freuen, wenn du an einen der Glanzlichterkurse kommst, Julia. Sie finden dann erst wieder im November statt, weil die Arbeit mit Blattgold- und silber bei geschlossenen Fenstern einfacher geht ;) Ganz liebe Grüsse an dich!