Meine Urlaubsinspirationen!

Jedes Jahr mit Sommerbeginn finden sich in den Zeitschriften Artikel darüber, wie dumm uns der Urlaub macht.

 

Eine Pause vom Alltag einzulegen und den Geist mit neuen Gedanken, Bildern und Landschaften anzuregen, kann meiner Meinung nach nur gut für uns sein.

 

Ich habe unsere Ferien auf Korsika jedenfalls so richtig genossen und wir hatten eine grossartige Zeit! 

 

Es hat das Gedankenkarussel in meinem Kopf zur Ruhe kommen lassen und mir viel Inspiration beschert.

 

Bin ich jetzt dümmer als vorher? Vielleicht nicht schlauer - aber extrem bereichert!

Urlaubsfotos von Korsika

 

Malerische Dörfer, Sonne, Meer, Strände, Sandburgen, Muscheln, Treibholz, frischer Fisch, wildromantische Landschaften, glasklare Flüsse, leckere Früchte & Gemüse, duftende Pflanzen... Gern teile ich mit dir ein paar unserer Urlaubsfotos.

 

Ein Fest für die Sinne

Der Duft, der auf Korsika die Luft erfüllt, hat mich völlig in den Bann gezogen. Es ist eine Mischung aus Thymian, Rosmarin, Lorbeer und Myrte! Die Myrten-Gewächse werden auf Korsika so gross wie Büsche. Das war neu für mich. Myrte kenne ich nur von meiner Oma. Sie hat immer kleine Pflänzchen auf ihrem Fensterbrett unter Wassergläsern gezogen. Den Duft, wenn man die Blätter zwischen den Fingern zerreibt, hatte ich völlig vergessen.

Natürlich hatte ich auch wieder meine Aquarellfarben, Zeichenmaterial und Skizzenheft im Gepäck – ohne fahre ich gar nicht los.

Zeichnen ist nicht unbedingt meine starke Seite, doch ich probiere mich gern daran, besonders in den Ferien.

Bei der Suche nach einem geeigneten Sujet, stiess ich auf die Zwiebel.

Dabei kam mir dieses wundervolle Gedicht von Pablo Neruda 1904 bis 1973, lateinamerikanischer Lyriker) in den Sinn, mit dem er überschwänglich die Königin der Küche gewürdigt hat. 

 

Ode an die Zwiebel von Pablo Neruda

Zwiebel,

leuchtende Phiole, Blütenblatt um Blütenblatt

formte deine Schönheit sich, kristallene Schuppen

ließen dich schwellen,

und im Verborgenen der dunklen Erde füllte dein Leib sich an mit Tau.

Unter der Erde ward dieses Wunderwerk,

und als dein unbeholfener grüner Trieb erschien

und deine Blätter degengleichim Garten sprossen,

drängte die Erdeihren ganzen Reichtum zusammen

und wies deine nackte Transparenz,

wie in Aphrodite das ferne Meer die Magnolie nachschuf,

da es ihre Brüste formte,

also bildete dich die Erde, Zwiebel, hell wie ein Planet

und zu leuchten bestimmt,

unvergängliches Himmelszeichen, rundliche Rose von Wasser

auf dem Tisch der armen Leute.

 

Verschwenderisch lässt du deinen Globus der Frische zergehn

im verzehrenden Sud des Topfes

und der kristallene Saum in des Öls entfachter Hitze

verwandelt sich in eine gekräuselte Feder von Gold.

 

Auch gedenke ich, wie dein Zutun

die Freundschaft des Salates fruchtbar macht,

und es will scheinen, der Himmel hilft mit,

da er dir des Hagelkorns zierliche Gestalt verlieh,

deine feingehackte Helle zu rühmen

auf den Hemisphären einer Tomate.

Aber erreichbar den Händen des Volkes und beträufelt mit Öl,

bestreut mit ein wenig Salz,

tötest du den Hunger des Tagelöhners auf mühsamem Wege.

 

Stern der Armen, gütige Fee,

eingehüllt in zartes Papier, kommst du aus der Erde,

ewig, vollkommen, rein, wie der Gestirne Samenkorn,

und wenn in der Küche das Messer dich zerschneidet,

quillt die einzige leidlose Träne.

Du machst uns weinen, ohne uns zu betrüben.

Solange ich lebe, lobsingen will ich,

Zwiebel,

für mich bist du schöner doch als mit blendenden Schwingen

ein Vogel, für meine Augen bist du

Himmelskugel, Platinkelch, beschneiter Anemone unbeweglicher Tanz,

und der Erde ganzer Duft, er lebt in deiner kristallinischen Natur.

 

Mir gefällt das Gedicht. Einmal gelesen geht es einem nicht mehr aus dem Sinn. 

 

Ja, das sind eben Ferien, man kommt vom Hundertsten zum Tausendsten, es fallen einem alte Geschichten wieder ein, es kommen einem Gesichter in den Sinn und frühere Begebenheiten. 

 

Besonders wertvoll finde ich den Abstand, den ich zu meinem Leben gewinne. Einen Schritt zurück zu treten, die eingefahrenen Spuren zu verlassen und mit einem neuen (erweiterten) Blick auf all das Gewohnte heimzukehren.

 

Und nicht zuletzt ist es ein grosses Glück, mit lieben Menschen zu reisen UND ein gutes Buch dabei zu haben.

 

(Ganz im Vertrauen: ich habe das Buch „Vom Ende einer Geschichte“ von Julian Barnes gelesen. Das fand ich sehr anregend und es hat mich fasziniert. Nur leider – ich hab’s nicht kapiert... der Schluss ist mir nicht klar.

Wenn du das Buch kennst, bitte melde dich unbedingt bei mir, und kläre mich auf, ja? DANKE!

Vielleicht ist das mit dem Dümmerwerden doch nicht so weit hergeholt?)

 

 

Was schätzt du an deinen Ferien?

 

Wo zieht es dich hin? Ich würde mich sehr freuen, von dir zu hören, denn ich bin immer interessiert an guten Tipps (auch gern Buchempfehlungen!), interessanten Urlaubsdestinationen und Anregungen! Hinterlasse einfach einen Kommentar.

Und wenn dich Früchte & Gemüse auch so faszinieren, wie mich, 

wenn du die Schönheit des Details zu schätzen weißt

und an malerischen Anregungen interessiert bist, dann melde dich für meine kreative Inspiration an.

 

 

 

 

Übrigens:

Ab September beziehe ich mein neues Atelier in Bern! Mehr dazu erzähle ich dir demnächst an dieser Stelle. Ich freue mich so sehr darauf!

 

Was für ein Sommer!!!

 

Der erste Workshop in den schönen neuen Räumen ist "Acrylmalerei expressiv & intuitiv"

Melde dich jetzt an! Ich würde mich freuen, dich zu sehen.

 

 

 

 

 

Mit sommerlichen Grüssen, 

Julia Bigler

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