Rot, Gelb, Weiss und Schwarz - die älteste Farbpalette 

Diese farbigen Mineralien, Erden und verkohlten Pflanzenstiele wurden seit der ältesten Menschheitsgeschichte für Dekorationen benutzt: zur Körperbemalung, zur Bemalung von Fruchtbarkeitsstatuen, von Waffen und Speeren und für die ersten Fels- und Höhlenmalereien.

Mit ihnen beginnt die Kulturgeschichte der Farben, in der Jungsteinzeit, vor ca. 30.000 Jahren v. Chr.:

 

Für Gelb und Rot wurde unterschiedlich farbiger Ocker mit Eisenoxid-Anteilen verwendet, für Weiss Kreide, Kalk oder auch Vogelkot und für Schwarz wurde Kohle aus verbrannten Pflanzen eingesetzt.

 

Warum eine so geringe Anzahl benutzter Farben?

Nicht alle Farben der Pflanzen, Tiere und Landschaften die sich um uns präsentieren sind für uns als Farben nutzbar. Weder das leuchtende Blau des Pfaus noch das grüne Chlorophyll der üppigen Vegetation kann als Farbe benutzt und auf ein anderes Material übertragen werden.

 

Aber es gibt in der Natur tatsächlich organische und anorganische Substanzen, deren Farben extrahiert, und als Farben verwendet werden können. Darunter fallen die oben genannten Mineralien, wie beispielsweise eisenhaltige Erdpigmente die Ocker, Umbra, grüne Erden.

Natürlich gibt es noch eine grosse Zahl weiterer mineralischer, anorganischer Pigmente. Deren Abbau, Entdeckung und Herstellung als Farben wurde allerdings erst viel später nutzbar gemacht, im Altertum ca. 4000 v. Chr. 

 

Die mineralischen Erdfarben sind extrem stabil, was ihr Überleben bis in die heutige Zeit erklärt. Sie sind niemals leuchtend, stellen aber eine weite Bandbreite an Nuancen zur Verfügung, die sie seit jeher für künstlerische Verwendung beliebt gemacht haben.

 

Ockerhaltige Lagerstätten finden sich heute noch in Südfrankreich, wie hier in Roussillon. Eine Reise dorthin lohnt sich sehr! Es ist ein Farbflash in der Provence.

In Europa sind besonders in Spanien und Frankreich sagenhafte Zeugnisse dieses frühen Gebrauches von Erdfarben durch den Menschen erhalten. Aber auch sonst überall auf der Welt sind Höhlenmalereien bekannt und in Australien malen die Aborigines heute noch mit dieser Farbpalette.

Als Bindemittel musste den Pigmenten eine „klebende“ bindende Substanz zugesetzt werden, damit sie auf dem Untergrund haften blieben. Dafür wurde früh Blut oder pflanzliches Harz, zum Beispiel das wasserlösliche

 Kirschgummi eingesetzt. Für Höhlenmalereien nutzten die Menschen das natürliche Sinterwasser des Kalksteins.

 

 

Ich habe meine Ocker-Pigmente und das Kalkweiss mit Kirschgummi und Wasser vermischt und sie haften wunderbar auf Papier. Probiere es selbst mal aus und schreibe mir von deinen Erfahrungen.

Das Baumharz findest du an vielen Steinobstbäumen. Man kann es in Wasser lösen indem man es darin einlegt. Dann entsteht eine gelartige, trübe Klebemasse. Oder du löst einfach mit Wasser und Pinsel direkt eine entsprechende Menge am Harz-Stückchen und vermalst es mit deinem Pigment.

Für das Pflanzenschwarz eignet sich ideal ein Zweig des Pfaffenhütchens. Ich hatte keines in der Nähe und habe ein Ästchen Weinrebe benutzt. Die Spitze kurz ins Feuer gehalten und mit der Kohle gezeichnet. Funktioniert wunderbar, ist allerdings nicht so wischfest, weil hier das Bindemittel fehlt. (Wenn du dennoch vorhast ein Bid damit zu Malen, dann kannst du es auch abschliessend mit Fixativ für Pastellfarben übersprühen.)

  

Die Farbkombination von rotem und gelbem Ocker, Weiss und Schwarz finde ich sehr angenehm. Nicht schreiend, sondern natürlich, ehrlich und erdverbunden – magic!

 

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Ist dein Interesse an Pigmenten richtig gross, dann empfehle ich dir ganz besonders die Internetseite von Thomas Seilnacht. Auf kaum einer anderen Webseite findet sich das Wissen zu Farbe so kompakt, klar, interessant und naturwissenschaftlich exakt zusammengefasst. 

Ein reiches Wissen und detaillierte chemische und naturwissenschaftliche Beschreibungen sämtlicher Pigmente und Farbstoffe findest du ausserdem bei der Firma von Dr. Kremer in Aichstetten, im Allgäu. In seiner Farbmühle kann man per Internet-Shop auch heute noch sämtliche echten Pigmente bestellen und Künstler aus der ganzen Welt nutzen Herrn Kremer's excellenten Farbenhandel und sein Fachwissen.

 

 

 

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Mit herzlichen Grüssen, Julia Bigler

 

 

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